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Bei einer Reise nach Neapel in den achtziger Jahren fielen dem Kölner Photographen Martin Claßen die kleinen Wandaltäre in einem der ältesten Viertel der Stadt auf. Zwanzig Jahre später entschloss er sich diese einfachen, stark emotional geprägten Zeichen einer, tiefen, Volksfrömmigkeit im „Quartiere Spagnolo“ zu fotografieren.
Die Bewohner der kleinen Gassen errichten und pflegen diese „Cappelle“ in der Verehrung oft nur lokal bekannter Heiliger und Wundertäterinnen genauso wie als Familienältäre zur Erinnerung an Verstorbene. Die Form und Ausgestaltung, deren Ursprung wohl nicht nur im Christlichen, sondern auch in heidnisch überliefertem Glauben zu suchen sind, erscheint oft bizarr und skuril.
Die Photographien von Martin Claßen geben in analoger Technik den durch die Enge der Gassen erzwungenen fast tafelbildhaften Charakter der Wandaltäre als fröhliche Zeichen neapolitanischen Volksglaubens wieder. Es entstand eine Serie von ca. 20 Photographien, die als Teil der „Visual Gallery“ auf der photokina 2008 präsentiert werden.
Diese Ausstellung wurde produziert vom Fotolabor kontrastlab, Köln
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